Rückblick auf das T3CRR21

Direkt vorab: Schön war's.

Endlich mal wieder ein ganzes Wochenende mit Gleichgesinnten und unterschiedlichstem Input rund um das Thema TYPO3.

Vor dem Camp

Auf Twitter zwitscherte ein Vögelchen im Januar, dass die Planungphase für das TYPO3camp RheinRuhr begonnen hat.

Im März folgte dann die offizielle Bestätigung, dass ein Camp am ersten November-Wochenende im Schatten der Corona-Pandemie als Online-Event mit der Option eines Hybridevents geplant wird und man bereits Plattformen für die Onlineveranstaltung evaluiert.

Da die bisherige Location, das Unperfekthaus in Essen, aufgrund von Umbauarbeiten ohnehin nicht zur Verfügung stehen würde, folgte Ende August die Festlegung auf eine reine Onlineveranstaltung.

Als Plattform wurde Gather.Town ausgewählt. Eine pixelige Spielumgebung in der man sich mit Hilfe eines Avatar bewegt.

Der Ticketverkauf startete Anfang September und nachdem ich meine Urlaubsplanung abgeschlossen hatte, und somit klar war, dass ich Zeit haben würde, konnte ich im Oktober auch guten Gewissens mein Ticket für das T3CRR kaufen.

Überraschungspaket

Ein kleines Überraschungspaket erreichte mich Ende Oktober per Post.

Der Inhalt: diverse Infos für das anstehende Camp, reichlich Süßigkeiten und andere Goodies. Zu den Veranstaltungsinfos gehörte ein Ablaufplan für das Wochenende, ein Raumplan zur besseren Orientierung sowie einige nützliche Tastaturkürzel für Gather.Town.

Langsam machte sich Neugier und Vorfreude breit.

Freitag - Camp Warmup

Für 18.00 Uhr war am Freitag das Camp-Warmup angesetzt. Die Links zur Plattform hatte ich allerdings schon am Vormittag erhalten und konnte mich Nachmittags nicht mehr zurückhalten.

So habe ich kurzerhand die Plattform gehackt, d. h. die Logindaten genutzt, um mich vor dem eigentlichen Beginn an der Plattform anzumelden. Zu dem Zeitpunkt waren nur einige Organisatoren online, vermutlich mit letzten wichtigen Details beschäftigt, wollte ich nicht weiter stören und habe ich mich nur ein wenig umgesehen.

Dabei fand ich diesen Vogel, womöglich einer der oft erwähnten Early Birds, von denen beim Ticketverkauf oft die Rede ist.

Die ersten Teilnehmer trudelten ab 18.00 Uhr ein und die Funktionsweise von Gather.Town wurde deutlich.

Während man mit den Avataren durch die Umgebung lief, konnte man mit verschiedenen Objekten per Mausklick interagieren. So öffnete sich mal Infoseiten der Sponsoren, virtuelle Whiteboards an denen man gemeinsam arbeiten konnte oder kleinere Spiele, wie z. B. eine Pokerrunde.

Kam man in die Nähe anderer Teilnehmer, aktivierte sich rasch der Videochat. Bild und Ton, sofern diese aktiviert waren, vermittelten schnell einen Eindruck der anderen Personen.

Wenn man weiterlief, blendete sich der Chat ebenso rasch wieder aus und es blieb das Gefühl einer flüchtigen Begegnung. Auf diese Weise kam man entweder schnell selbst ins Gespräch oder konnte die Gespräche anderer mitverfolgen und gegebenenfalls mit in die Unterhaltung einsteigen.

Die Plattform machte während des gesamten Wochenendes einen stabilen Eindruck, die Übertragung war im Normalfall flüssig, da nur eine begrenzte Zahl von Videoübertragungen sichtbar war. Probleme waren m. E. ausschließlich auf dieVerbindung einzelner Teilnehmer zurückzuführen.

Bei der späteren Vorstellungsrunde konnte ich dann leider nicht mehr dabei sein, weil ich einen Termin mit meiner Familie hatte. Wenn man aber glauben kann, was auf Twitter geschrieben steht, dann wurde viel getanzt.

Samstag - TYPO3camp Tag 1

Der erste Camp-Tag startete um 9:15 Uhr mit der Einführungssession "Mein erstes Barcamp", für alle, die vorher noch nicht an einem Barcamp teilgenommen haben.

Um 10:00 Uhr folgte dann der offizielle Start mit der Begrüßung durch die Organisatoren, Vorstellung der Sponsoren (herzlichen Dank auch nochmal an dieser Stelle) und der anschließenden Sessionplanung.

Sessionplanung

Die Sessionplanung lief, so wie bei Barcamps i. d. R. üblich, in etwa wie folgt ab:

Freiwillige melden sich und stellen ein Thema vor,

  • das sie entweder bereits vorbereitet haben und gerne vortragen möchten oder
  • über das sie ohne Vorbereitung etwas erzählen möchten oder
  • zu dem sie sich mit anderen Interessierten austauschen möchten oder
  • an dem sie Interesse haben und gerne etwas mehr erfahren möchten und
    • zu dem sich ein anderer Freiwilliger bereit erklärt mit etwas Vorbereitung etwas vorzutragen oder
    • sich andere Interessierte finden, die zu einem Erfahrungsaustausch bereit sind

Nach der Vorstellung eines Themas wird bei den Teilnehmern jeweils das Interesse abgefragt, welches die Teilnehmer durch Handzeichen, Applaus, Jubelrufe oder Tanzeinlagen signalisieren.

Je nachdem, wie stark das Interesse ausfällt, wird dem Thema ein entsprechender Raum und ein zeitlich begrenzter Slot im Sessionplan eingeräumt, bis der Sessionplan gefüllt ist oder keine weiteren Themen vorgeschlagen werden. Der so entstandene Sessionplan konnte dann (und kann immer noch) direkt auf der Website des T3CRR abgerufen werden.

Die Sessions an Tag 1

Ich habe dann an den folgenden Sessions teilgenommen:

11:30 Uhr - Was ist in TYPO3 für Redakteure und Integratoren (Wolfgang Wagner)

In der ersten Session des Tages hat Wolfgang Wagner zahlreiche kleinere und größere Neuerungen in TYPO3 v11 vorgestellt, die TYPO3 Integratoren und Redakteuren das Leben weiter erleichtern werden. Darunter die Multi-Faktor-Authentifizierung und Deeplinks ins Backend, die ich ebenfalls in meiner Kurzfassung zu TYPO3 v11 beschrieben habe.

13:30 Uhr - Es bleibt alles anders (Marc Willmann)

Interessant war die Session von Marc Willmann, der offen über Probleme - die quasi jeder kennt, der schon mal in einer Agentur gearbeitet hat - vor und während der Transformation der Organisationsstruktur seines Arbeitsgebers f7 media berichtet hat. Natürlich hat er auch darüber gesprochen, was seitdem besser funktioniert und wo noch weiter optimiert werden muss. Nichts, was mich unmittelbar betrifft, aber dennoch gut zu wissen, worauf man achten sollte.

14:30 Uhr - Austauschrunde zu PHPStorm Plugins (Wolfgang Wagner)

In der nächsten Session gab es einen Austausch zu interessanten und nützlichen Erweiterungen zur beliebten IDE PHPStorm von Jetbrains. Die daraus entstandene Liste von Extensions, auch über PHPStorm hinaus, z. B. für Visual Studio Code, gibt es hier zu sehen: https://notes.typo3.org/RXNKYl88RPOeA1NeoSMOgg#

16:00 Uhr - Gridelements / Container (Wolfgang Wagner)

In der vierten Session ging es um eine vergleichende Betrachtung der Extensions Gridelements und Container, die die Verwendung von Grid Layouts im TYPO3 Backend mit unterschiedlichen Ansätzen ermöglichen. Gridelements existiert bereits seit einigen Jahren und bietet neben den Grid Layouts zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten, z. B. mit FlexForms. Container hingegen ist relativ neu, konzentriert sich auf die Kernaufgabe und ist näher am TYPO3 Core und damit prinzipiell leichter zu aktualisieren. Letztlich haben aber beide Varianten, abhängig vom jeweiligen Use-Case, ihre Existenzberechtigung.

Weitere Sessions und abendliches Socialising

Die letzte Session des Tages und das anschließende Socialising habe ich dann wieder zu Gunsten der Familie ausgelassen.

Die Sessions an Tag 2

Auch der zweite Camp-Tag begann mit der Sessionplanung. Da die Familie aber zunächst meine Anwesenheit einforderte, konnte ich erst nach dem Mittag folgende Sessions verfolgen:

14:00 Uhr - Austausch zu Standard Extensions (Susanne Moog)

Im Austausch mit den anderen Session-Teilnehmern ging es darum eine Sammlung von nützlichen Extension zu erstellen, die immer in Projekten zum Einsatz kommen, aber nicht zu den üblichen Verdächtigen wie powermail, news oder gridelements gehören. Das Ergebnis dieses Austauschs gibt es hier zu sehen: https://notes.typo3.org/s/j2ivpoz4X#

15:00 Uhr - Gamification für Community Sprints (Oliver Klee)

In dieser Session hat Oliver eine Initiative zur Gamifizierung von Community-Sprints vorgestellt und interessierte Mitstreiter gesucht, die ihn auf dem Weg unterstützen. Bei der Gamifizierung geht es darum, das, was bei Spielen für Motivation und Spaß sorgt, auch auf andere Bereiche, z. B. dem Bearbeiten und Lösen von Aufgaben, zu übertragen.

16:00 Uhr - Verlosung und Schlußworte

Am Ende gab es nochmal eine große Verlosung von Büchern, T-Shirts und anderem, sowie einige Worte der Organisatoren, einschließlich dem Dank an die Sponsoren, alle Speaker und Teilnehmer, durch die das Camp erst mit Leben gefüllt werden konnte. Und der sicher von allen geteilte Wunsch, dass man sich im nächsten Jahr wieder im Unperfekthaus in Essen treffen kann.

Camp Highlight - TYPO3 im Weltall

Im Vorfeld zum Camp wurde bereits angekündigt, dass es ins Weltall geht.

Konkret wurde es dann am Samstag morgen, als der Wetterballon von Stratoflights mit der Nutzlast, bestehend aus einer Box mit Aufnähern - den sogenannten Misson Patches - sowie einem USB-Stick mit einer aktuellen TYPO3 CMS 11 LTS Installation, in die Stratosphäre gestartet wurde.

Die Flugroute des Ballons mit regelmäßiger Höhenmessung konnte im Verlauf des Tages im Control Center des Camps live verfolgt werden. Der Ballon hat im Verlauf seines Flugs eine Höhe von über 35km erreicht, bevor die Nutzlast den Rückweg zum Boden angetreten ist. Alle Videos zum Wetterballon, vom Start über Flug und Landung bis zur Bergung der Nutzlast findet Ihr in der Playlist auf dem YouTube-Kanal des TYPO3camp RheinRuhr.

Fazit

Es hat Spaß gemacht. Zwar immer noch nicht zum Anfassen, aber doch live und in Farbe. Und mit der Plattform Gather.Town war es ziemlich nah dran. Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet.

Der Stratosphärenflug war eine klasse Idee. Und die Gestaltung der virtuellen Location, mit Sponsoren- und Sessionräumen und dem Control Center, hat klar gezeigt, wie engagiert und mit wieviel Herzblut die Organisatoren bei der Sache waren. Herzlichen Dank dafür und hoffentlich klappt es im nächsten Jahr wieder mit einem Live-Event in Essen.

Und falls nicht, komme ich auch gern wieder nach Gather.Town.